Newsletter 2010-03 (Auszug)
Liebe Kammermitglieder
Die Kantone bemühen sich, die Konjunktur mit beträchtlichen Investitionen anzukurbeln. Wie eine Übersicht über die kantonalen Budgets 2010 zeigt, wird der Spielraum aber immer enger. Steuererhöhungen sind nicht nur unpopulär, sondern würden auch die dringend benötigte Kaufkraft schmälern. Also steht man wahlweise vor Neuverschuldung, Ausgabenbremse bzw. Leistungsabbau.
Auf 5,6 Milliarden Franken belaufen sich die Nettoinvestitionen aller 26 Kantone im Jahr 2010 – zumindest sehen dies die Budgets so vor. Fast alle Kantone sind bestrebt, trotz düsteren Finanzprognosen antizyklisch zu handeln und vor allem zusätzliche Mittel für die Infrastrukturen zu disponieren. Im vergangenen Jahr waren die budgetierten Investitionen noch um 300 Millionen Franken geringer. Im Vergleich zum Jahr 2008 schnellen die Nettoinvestitionen nun gar um gut 70 Prozent in die Höhe – so sie denn wirklich getätigt werden. Bereits müssen sich nämlich die meisten Kantone Konzepte überlegen, um die kommenden, von geringeren Einnahmen und dennoch hohem Ausgabendruck geprägten Jahre zu meistern.
Insgesamt resultiert aus den 26 Kantonsbudgets 2010 ein veranschlagter Fehlbetrag von 1,1 Milliarden Franken, wovon allein Zürich mit einem Minus von 500 Millionen rechnet. In manchen Kantonsparlamenten stehen harte Auseinandersetzungen bevor. Und die Auguren erwarten gegen Ende Jahr steigende Zinsen, was die Finanzierung der Schuldenlast zur noch schwereren Bürde macht. An dieser Beurteilung ändert auch der (noch) positive Abschluss im Bund nichts. Finanzierung der Schuldenlast zur noch schwereren Bürde macht. An dieser Beurteilung ändert auch der (noch) positive Abschluss im Bund nichts.
Dr. Beat Zimmermann
Stv. Direktor Zürcher Handelskammer
Handelkammer Intern
Stadtzürcher Wahlen 2010
Zürcherinnen und Zürcher wählen am 7. März 2010 ihren Stadt- und Gemeinderat. Drei der neun bisherigen Exekutivmitglieder treten zurück. Zusammen mit den Zürcher Wirtschaftsverbänden unterstützt die Kammer die Kandidatinnen und Kandidaten bzw. Listen der FDP, SVP und CVP.
Arbeitsjubiläum von Vittorina Chiesa
Frau Vittorina Chiesa darf auf ihre zehnjährige Tätigkeit im Dienste der Kammer zurückblicken. Die Chefin Rechnungs- und Mitgliederwesen trat anfangs 2000 in die ZHK ein und ist seither für die Finanzen sowie die Betreuung der Mitglieder zuständig. Die Kammer dankt Frau Chiesa für ihre mit grossem Engagement geleistete Arbeit und wünscht ihr weiterhin alles Gute.
Personalwechsel im Beglaubigungsdienst
Im Arbeitsteam unseres Beglaubigungsdienstes ergibt sich ein Wechsel: Thierry Blindenbacher, der seit 1.1.2008 als Sachbearbeiter gute Unterstützung leistete, verliess unsere Kammer Ende Februar, um seine englischen Sprachkenntnisse in Kanada zu erweitern. Wir wünschen ihm nun alles Gute für sein nächstes Ziel.
Neu dürfen wir Herrn Fabian Lipp willkommen heissen. Er wird primär in die Belange von Beglaubigungen und Ursprungszeugnissen eingearbeitet. Wir wünschen Herrn Lipp viel Freude und Erfolg im täglichen Kontakt mit unseren Kunden und auch Wohlbefinden in unserer Kammer.
Öffnungszeiten im April 2010
Donnerstag, 1. April: Schalterschluss 15h30, Büroschluss 16h00.
Karfreitag, 2. April: ganztags geschlossen. Ostermontag, 5. April: ganztags geschlossen.
Sechseläuten, 19. April: Schalterschluss 11h30, Büroschluss 12h00.
Aktuelle Vernehmlassungen
Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz
Die Zürcher Handelskammer hat mit Schreiben vom 15. Januar 2010 folgende Stellungnahme an economiesuisse abgegeben [Wiedergabe auszugsweise]:
«Überzeugt von der hohen Priorität des Themas 'Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz', begrüsst die Kammer eine dezidierte Stellungnahme von economiesuisse an das UVEK, in welcher die zentrale Bedeutung der Infrastrukturen im Bereich Verkehr, Energie und Telekommunikation für die Wirtschaft klar hervorgehoben wird. Die ZHK bejaht die Zweckmässigkeit, ja Notwendigkeit, der vom Bundesrat angestrebten Gesamtschau der nationalen Infrastrukturnetze mit dem Ziel, eine nationale Infrastrukturstrategie festzulegen. Die im internationalen Vergleich gut ausgebaute und qualitativ hoch stehende Infrastruktur unseres Landes bedeutet ohne Zweifel einen wichtigen Standortvorteil im immer härteren globalen Wettbewerb, der nur durch eine vorausschauende, aktive Politik dauerhaft gesichert werden kann. Es bedarf somit organisatorisch und ressourcenmässig sorgfältig geplanter und langfristig koordinierter Massnahmen, um unsere Infrastrukturen so zu erneuern und auszubauen, dass sie international nicht nur mithalten, sondern punkto Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz Mitbewerber übertreffen können. Dabei gilt es, in bezug auf die einzelnen Infrastruktursektoren geografisch zu differenzieren. Die Kammer identifiziert für die Schweiz aufgrund ihrer Drehscheibenfunktion in Mitteleuropa Strasse, Schiene und Luftfahrt, aber auch die Energieversorgung als primär im europäischen Kontext zu positionierende Infrastrukturelemente. Europa ist also hier der Benchmark und nicht das Bahnsystem in Japan. Bei der Telekommunikation steht unser Land primär im Wettbewerb mit Staaten wie China, Südkorea oder Indien, die heute – gewissermassen auf der grünen Wiese – neue Infrastrukturen erstellen. Hier konkurrenzfähig zu bleiben, ist ebenfalls eine der grossen Herausforderungen der Zukunft, allerdings in einem globalen Zusammenhang.
Angesichts der grossen strategischen Bedeutung der Infrastrukturnetze für die zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten unseres Landes misst die Kammer, wie erwähnt, der Eingabe von economiesuisse an das UVEK hohe Priorität bei. Sie unterstützt deshalb auch die Forderung, breiten Kreisen von Wirtschaft und Gesellschaft sowie des Parlaments, der Kantone und Gemeinden im Rahmen einer ordentlichen Vernehmlassung die Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. In die Aufarbeitung des Themas ebenfalls einzubringen sind das von economiesuisse selbst erarbeitete Infrastrukturkonzept, das die grundsätzlichen Stossrichtungen in allen Infrastrukturfragen aufnimmt und im Frühjahr 2010 der Öffentlichkeit und den interessierten Kreisen vorgestellt werden soll sowie auf dem Gebiet von Schiene und Strasse die von den Schweizer Industrie- und Handelskammern erarbeitete Dokumentation „Verkehrsinfrastrukturen der Zukunft von natio-naler Bedeutung“ als Beitrag zu den bevorstehenden Planungsentscheiden. […]
Fazit
Die Kammer teilt grundsätzlich die positive Bewertung von ecomiesuisse in bezug auf die Ausgangslage für eine Schweizer Infrastrukturpolitik: dass unser Land in fast allen Bereichen gut aufgestellt ist. Die diesbezüglichen Adjektive „äusserst positiv“ und „sehr gut“ klingen jedoch etwas zu euphorisch. Zweifellos verfügt unser Land über viel Know-how und einige Ressourcen, um innerhalb der Region Europa, aber auch weltweit auf zentralen Gebieten eine Vorbildfunktion einzunehmen. Die Kammer hinterfragt aber die Annahme, dass die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass heute bei einigen nationalen Infrastrukturen doch erhebliche Kapazitätsengpässe bestehen oder sich abzeichnen, so etwa im Nationalstrassen- und Bahnnetz. Hier wird es darum gehen müssen, klare Prioritäten zu setzen und Kosten/Nutzen abzuwägen. Alles in allem ist die Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz eine aus Sicht der Wirtschaft absolut zentrale Herausforderung der nächsten Jahre und Jahrzehnte für die politischen Entscheidungsträger und alle relevanten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gruppen. Der Bericht des UVEK steht dabei erst am Anfang.»
Interessierte können die vollständige Stellungnahme als Kopie beim Kammersekretariat bestellen: Tel. 044 217 40 50, Gabriele Kohler.
Revision des BG über die Förderung der Forschung und Innovation
Die Zürcher Handelskammer hat mit Schreiben vom 21. Januar 2010 folgende Stellungnahme an economiesuisse abgegeben [Wiedergabe auszugsweise]:
«Die Zürcher Handelskammer misst einer wirkungsorientierten und zeitgemässen rechtlichen Regulierung der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes, insbesondere auch im Bereich der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit, grosse Bedeutung bei. Die Schweiz gehört weltweit zu den Staaten mit der höchsten Innovationsleistung, was zeigt, dass sich die heutige gesetzliche Ausgestaltung grundsätzlich bewährt hat. Forschung und Entwicklung sind für unsere Wirtschaft und Gesellschaft ein zentraler Standortfaktor. Um auch in Zukunft eine Spitzenposition behaupten zu können, hat der Bund wichtige Förderaufgaben wahrzunehmen, die vor allem darin bestehen, optimale organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen sicherzustellen.
Generelle Beurteilung
Die Kammer unterstützt, von einigen Vorbehalten abgesehen, die zur Vernehmlassung unterbreitete Neufassung des Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes (FIFG). Sie ist mit den beiden Revisionsgrundsätzen einverstanden, die Förderaufgaben des Bundes (mit Ausnahme eines möglichen nationalen Innovationsparks) nicht zu erweitern, also keine Rechtsgrundlage für neue Subventionstatbestände zu schaffen sowie die bisherige Regulierungsdichte beizubehalten. Das geltende Forschungsgesetz hat sich als einfaches Aufgaben- und Organisationsgesetz bewährt, so dass die Eigenschaften als solides Rahmengesetz unangetastet bleiben, aber rechtliche Präzisierungen sachlicher und verfahrensmässiger Natur, z.B. im Bereich der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit, vorgenommen werden sollen. Die Kammer beurteilt den formalen Anpassungs- und Präzisierungsbedarf als ausgewiesen und begrüsst es auch, dass das Gesetz eine integrierte Betrachtung von Forschung und Innovation beibehält. Sie teilt die Sicht von economiesuisse, dass dies ein zentraler Bestandteil der schweizerischen Forschungspolitik ist. Ebenso schliesst sie sich dem wichtigsten Änderungsvorschlag des Dachverbandes der Schweizer Wirtschaft an, die Kommission für Technologie und Innovation KTI in ihrem Bereich grundsätzlich mit den gleichen Zuständigkeiten und Befugnissen wie den Schweizerischen Nationalfonds SNF auszustatten. Der KTI darf kein Nachteil daraus erwachsen, dass für sie die Organisationsform „Behördenkommission“ gewählt wurde. […]»
Interessierte können die vollständige Stellungnahme als Kopie beim Kammersekretariat bestellen: Tel. 044 217 40 50, Gabriele Kohler.
Veranstaltungen, Seminare, Messen
13. KMU-Forum Zug
Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ führt zusammen mit Wirtschaftsverbänden im März einen Zyklus von Abendveranstaltungen durch, welcher dem Thema der finanziellen Führung von KMU gewidmet ist. Im Zentrum der KMU-Foren1 stehen die Probleme, wie sie sich kleineren und mittleren Unternehmensgrössen stellen. Anhand von Beispielen aus der Praxis werden typische Problemsituationen und Lösungsansätze aufgezeigt. An folgenden Tagen jeweils 17.15-19.00 Uhr:
- Montag, 1. März 2010, „Liquiditätssicherung – Gefahr in Krise und Aufschwung“
- Montag, 8. März 2010, „Wirtschaftskriminalität – Gerade auch bei KMUs“
- Montag, 15. März 2010, „KMU und die Finanzkrise – quo vadis“
Interessierte finden erweiterte Angaben im Internet unter www.hslu.ch/ifz-kmu.
Für ergänzende Auskunft sowie Anmeldung wenden Sie sich bitte an:
Hochschule Luzern – Wirtschaft
Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ
Prof. Dr. Christoph Lengwiler
Prof. Dr. Linard Nadig
Grafenauweg 10, Postfach 4332, 6304 Zug
Tel. 041 724 65 55 / ifz@hslu.ch
1An den 44 Veranstaltungen haben schon über 900 Personen aus dem KMU-Umfeld teilgenommen.
Forum der Schweizer Aussenwirtschaft 2010
Das Forum der Schweizer Aussenwirtschaft findet am 15. und 16. April 2010 in Zürich statt, es wird vom offiziellen Schweizer Aussenwirtschaftsförderer Osec durchgeführt.
Im Zuge der weitgreifenden Krise stellen sich viele Fragen, darunter z.B.: Wie berechenbar ist die globale Wirtschaft für KMU geworden? Wie sieht die Zukunft der Internationalisierung aus? Und wie das KMU von morgen? – Die EU gilt als wichtigster Exportmarkt für die Schweiz. Doch welche Bedeutung hat die EU für Schweizer KMU in Zukunft? Welches sind die Stärken im internationalen Vergleich? Und wie können Schweizer KMU das Potenzial, insbesondere von Deutschland, nutzen?
Der erste Forumstag wird dem Thema „Neue Wirtschaftswelt – neue Spielregeln?“ folgen; der zweite Tag fokussiert sich auf „EU – In Pole-Position für den Aufschwung“. Persönlichkeiten von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen werden mittels Referaten und Workshops die Wirtschaftslage und -chancen mit den Forumsbesuchern ausleuchten.
Alle Informationen zum Programm und den Referenten befinden sich im Internet unter www.aussenwirtschaftsforum.ch.
Anmeldungen bitte bis 5. April 2010 an:
Osec / Forum der Schweizer Aussenwirtschaft
c/o standing ovation gmbh
Wallisellenstrasse 259, 8050 Zürich
Diverses
„This-Priis“ für Betriebe, die Handikapierte integrieren
Am 24. Januar 2010 wurde zum fünften Mal der „This-Priis“ verliehen. Die Preisträger sind: Ernst Schweizer AG aus Hedingen sowie H + G Meister AG, Zürich und Ammer AG, Rümlang. Diese Unternehmen zeichnen sich durch eine erfolgreiche und nachhaltige Integration von Handikapierten aus.
Alljährlich am 24. Januar, dem Geburtstag von This Widmer, wird der mit insgesamt 25'000 Schweizer Franken dotierte Preis verliehen. Das Preisgeld wird von der Stiftung „Perspektiven“ von Swiss Life finanziert. Lieni Widmer, Jurypräsident des „This-Priis“ und Bruder von This, freute sich über das 5. Jubiläum und bekundete: «Es ist schön zu sehen, wie viele Unternehmen sich bereits für handikapierte Personen einsetzen, und dass wir mit diesem Preis eine Möglichkeit haben, ihnen unsere Anerkennung und unseren Dank zu zeigen.»
Mehr Informationen finden sich im Internet unter: www.this-priis.ch
terzStiftung – schweizerisches Pioniermodell
Alle Menschen wollen auch im Alter selbständig und sicher bleiben. – Die terzStiftung ist eine Interessenvertretung für ältere Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz. Sie wird als Fürsprecherin bei Altersfragen tätig und wirkt zugunsten der Gönnerinnen und Gönner in die Gesellschaft hinein.
Die terzStiftung hat das terzService-Center aufgebaut, damit unter 0800 123 333 rund um die Uhr jemand für Gönner und Gönnerinnen erreichbar ist. Dieses Center gibt Auskunft, leistet eine kurze Erstberatung, klärt überschaubare Fragen ab und vermittelt Experten für Beratung rund um das Alter.
Von der terzStiftung ausgewählte Firmen, Institutionen und Organisationen bilden das Kompetenznetzwerk, das laufend erweitert wird. Es unterstützt die Gönner und Gönnerinnen mit Expertenrat zum Thema „selbständig bleiben im Alter“.
René Künzli ist sowohl Experte als auch Präsident und Geschäftsführer bei der terzStiftung, mit Sitz in Berlingen. Er wurde im vergangenen Jahr mit dem Anerkennungspreis der AWG Thurgau ausgezeichnet.
Von dieser Ansprechstelle zu wissen kann sich sowohl für Unternehmer als auch für Verantwortliche im Personalmanagement als nützlich erweisen:
terzStiftung, Seestrasse 112, 8267 Berlingen
Tel. 052 723 37 00 für Beratung von Institutionen und Körperschaften; für den Sozialbereich;
für Bau- und Wohnberatung
terzstiftung@terzstiftung.ch



